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Canon del Sumidero in Chiapas (Mexiko); tief unten fließt der Rio Grijalva.
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"Cichlasoma" grammodes ist ein spezialisierter Fischfresser, der mit einer überaus attraktiven Färbung aus kräftigen Blau- und Rottönen eigentlich mehr Liebhaber finden sollte. Mit einer Gesamtlänge von rund 25 Zentimetern (Männchen) handelt es sich außerdem um einen Cichliden, der noch nicht in die "absolute Bullenklasse" gehört. Ich pflege und züchte " C. " grammodes nun seit mehr als sechs Jahren und kann die Tiere sowohl als Solitärfische als auch die Vergesellschaftung mit anderen mittelamerikanischen Cichliden sehr empfehlen. Oft wird " C. " ,grammodes als bissig und unverträglich dargestellt; eine Behauptung, die unter manchen Umständen zutreffen mag, jedoch nicht verallgemeinert werden darf. Meine " C. " grammodes lassen sich etwa problemlos mit allen bekannten Vieja- oder mit Herichthys-Arten zusammen halten und in ihrer Gesellschaft auch vermehren. Probleme können allerdings auftauchen bei der gemeinschaftlichen Haltung mit Parachromis-Arten oder beispielsweise mit " Cichlasoma" festae , da dann aufgrund der ähnlichen Körperform stets die bei diesen Tieren durchaus vorhandene innerartliche Aggressivität an den Tag tritt; sie betrachten " C. " grammodes tatsächlich als Gegner. Mit großen, hochrückigen Buntbarschen als Gesellschafter gibt es dagegen keinerlei Schwierigkeiten. Mehrjährige, ausgefärbte " C. " grammodes sind mit ihrer Färbung und Zeichnung eine wahre Augenweide. Vieja breidohri und Vieja hartwegi stellen die kleinsten Vertreter der rund 15 Arten umfassenden Gattung dar. Zumindest V. hartwegi lebt sympatrisch und syntop mit "C. " grammodes. Beide Arten haben sich bei mir, ähnlich wie " C. " grammodes, als durchsetzungsfähig, aber nicht sonderlich aggressiv erwiesen. Auch diese Tiere entwickeln erst nach einigen Jahren ihre volle Farbenpracht und glänzen ebenfalls mit feinen Zeichnungen in Blau, Grün und Rot. Die beiden Vieja-Arten sind geradezu aufopferungsvolle Cichliden: Selbst in mit etlichen anderen Buntbarschen stark besetzten Aquarien schaffen sie es trotz der zahlreichen Freßfeinde, etliche ihrer Jungfische durchzubringen, bis sie eine Länge außerhalb der "Futterfischgröße" erreicht haben. Weil bei mir seit Jahren die Haltung und Nachzucht zweier miteinander vergesellschafteter V. hartwegi Paare so gut klappte, fragte ich mich: Was liegt eigentlich näher, als ein "Biotop-Aquarium" für diese Chiapas- Hochlandcichliden einzurichten und entsprechend zu besetzen? Ermuntert wurde ich dazu auch durch Beobachtungen in der Natur. Bei einigen Reisen nach Mexiko und Belize fand ich oft Fischgesellschaften, die fast immer aus jeweils einem Vertreter der Gattungen Thorichthys, Vieja, Chuco und einer oder mehreren Cichlasoma"-Arten ( "C". salvini, "C". urophthalmus, "C". grammodes und so weiter) bestanden. Meine beiden V. hartwegi Paare laichten fast immer zeitgleich ab; höchstens ein Tag lag zwischen den Eiablagen der beiden Weibchen. Vielleicht stimulierte das erste Paar das zweite? Die Jungfische wurden stets sehr lange gepflegt; erst bei einer Länge von vier bis fünf Zentimetern fischte ich sie aus dem großen Aquarium. Kurzerhand richtete ich danach ein 1,50 Meter langes Becken ein und besetzte es mit jeweils sechs fingerlangen Nachzuchttieren von V. hartwegi und " C. " grammodes. Geschlechtsunterschiede waren kaum zu erkennen; auch interessierte mich momentan die Nachzucht nicht, da große Paare beider Arten ja noch in anderen Aquarien unterge-bracht waren. Nach einigen Wochen (und leider etwas stiefmütterlicher Behandlung) konnte ich beobachten, dass das erste V.hartwegi- Paar sich gefunden hatte und eifrig mit Laichvorbereitungen beschäftigt war. Allerdings schienen die Verhältnisse noch nicht endgültig geklärt zu sein, da ein zweites V. hartwegi- Männchen das laichbereite Weibchen ebenfalls anbalzte. Ein paar Tage später zappelten in zwei Gruben Larven. Ohne mir auch nur im geringsten Gedanken darüber gemacht zu haben, war ich felsenfest davon überzeugt, daß zwei V.hartwegi- Paare abgelaicht hatten eben so, wie ich das von den Elterntieren in dem anderen Aquarium kannte. Wohl ein wenig seltsam kam mir vor, dass ein Larven - Nest nur vom Männchen bewacht wurde; ich schob das jedoch auf die Unerfahrenheit der Tiere zurück, die ja zum erstenmal Nachwuchs hatten. So standen sich an den Reviergrenzen ein brutpflegendes V.-hartwegi- Paar und ein ebenfalls Nachwuchs betreuendes V.hartwegi- Männchen gegenüber. Das fehlende Weibchen konnte ich nicht ausmachen, da die drei übrigen V. hartwegi ebenso wie alle sechs " C. " grammodes auf Distanz gehalten wurden. Heute ärgere ich mich darüber, dass ich damals so selten in das Aquarium geblickt habe. Es kam, wie es kommen mußte: Die fürsorglichen drei Elterntiere pflegten ihre ersten Nachkommen mit großer Hingabe; übrig blieben etliche Jungfische, die ich mit etwa 1,5 Zentimetern Länge aus dem Aquarium fing und zusammen in ein Aufzuchtbecken setzte, da es sich anscheinend um kleine V. hartwegi von zwei verschiedenen Paaren handelte. Sie werden es bereits ahnen: Während das V.hartwegi- Paar arteigene Jungfische bewachte, zog das allein pflegende Männchen Jungfische auf, die aus einer Paarung mit einem " C. " grammodes Weibchen stammten, das allerdings nach dem Ablaichvorgang verjagt worden war, wie alle anderen Aquarieninsassen auch. Zunächst bemerkte ich überhaupt nicht, dass ich Jungfische aufzog, von denen etwa die Hälfte aus Hybriden bestand. Hätte ich das von Anfang an gewußt, wären die Mischlinge nie in das Aufzuchtbecken gelangt, sondern hätten kurzerhand den Speiseplan meiner " C. " festae oder Parachromis dovii bereichert, da es mir fernliegt, Cichliden miteinander zu kreuzen. Es gibt schon genügend solcher Bastarde im Handel, zum Beispiel Jungtiere von V. maculicauda , V. synspila oder V. bifacciata , V. sp. "Coatzacoalcos". Allerdings sind diese Kreuzungsprodukte oft farblich sehr interessant, was aber kein Anlaß sein sollte, unterschiedliche Buntbarscharten (und andere Fische) bewußt miteinander zu vermischen. Wie dem auch sei erst bei einer Gesamt-länge von rund zehn Zentimetern fiel mir auf, daß neben "normalen" V. hartwegi auch spitzköpfige, andersartige Tiere in dem Aufzuchtaquarium schwammen. Ich wollte zunächst nicht glauben, daß sich zwei in der Natur syntop lebende Cichliden, noch dazu aus unterschiedlichen Gattungen, miteinander kreuzen. Sollte das in ihren Heimatgewässern auch vorkommen? Jedenfalls fanden Stawikowski & Werner (1985, 1998) in der Presa von Angostura Cichliden, die sie nicht so recht einzuordnen wußten: neue Art oder Naturhybride?.Aber was fange ich jetzt mit meinen Kreuzungsprodukten an? Mittlerweile sind sie zu groß, um als Futter für andere Buntbarsche zu dienen. Interessant sind sie obendrein, wie die Fotos vielleicht erkennen lassen. Die Körperform erinnert mehr an Paraneetroplus als an Vieja oder " Cichlasoma ". Ich werde sie wohl oder übel behalten müssen, um der Gefahr einer weiteren Verbreitung zu begegnen; zumindest haben sie es geschafft, dass ich meinen Fischen nun doch wieder ein wenig mehr Aufmerksamkeit zukommen lasse... |
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