20 Jahre AK
– und gleich war alles anders bei der Frühjahrstagung mit 34 angereisten Mitgliedern und Gästen: Ein neuer Treffpunkt, an dem man sich auch noch hochwillkommen fühlte und Absprachen eingehalten wurden; die Veranstaltung begann am Sonnabend pünktlich auf die Sekunde; alle Teilnehmer versammelten sich diszipliniert zum jeweils nächsten Vortrag (auch dank der neuen Vereinsglocke); endlich war wieder mal ein Fotoapparat da, um historische Fotos zu schießen; ein (natürlich!) regenfreier Grillabend (auch wenn wegen der empfindlich kühlen Witterung drinnen gegessen wurde); eine über Soll gefüllte Getränkekasse und ein Kegelabend als Programmabschluß, bei dem neben sportlichen auch verbale Fertigkeiten gefragt waren. Zu diesem Zeitpunkt waren die noch (wenigen) vorhandenen Holprigkeiten vergessen – aber nächstes Jahr sind auch die abgestellt, das ist versprochen!

Nach dem open-end-Freitag startete das Programm am Sonnabend mit einer kurzen Mitgliederversammlung, von der besonders die Vorbereitung einer AG Chronik erwähnenswert ist. Bis zum 25jährigen Jubiläum soll eine Chronik des AK erstellt werden, auch im Hinblick auf das zu diesem Anlaß angedachte DCG-Sonderheft. Wir bitten daher alle AK-Mitglieder und sonstigen Leser dieser Zeilen, evtl. vorhandene Unterlagen zur UG / AK Großcichliden (auch aus den früheren Gründungsversuchen in der ZAG Cichliden!) zu kopieren und Jochen Mücke, Harry Nordhausen, Stefan Brennig oder Dieter Hohl zur Verfügung zu stellen (Berichte, Fotos, sonstige Informationen, Erinnerungen, andere mögliche Quellen).

Satanoperca sp. "Jaru"
In der Laudatio zum Jubiläum skizzierte der AK-Leiter kurz den Werdegang des AK, seine Initiativen und Ergebnisse. Besonders hob er den umfangreichen langjährigen Mitgliederstamm hervor, zu dem speziell in den letzten etwa 4 Jahren ehemalige Mitstreiter wieder, aber auch mehrere sehr aktive "Neue" gestoßen sind. Neben dem Informationseintrag vieler, überwiegend erstklassiger externer Referenten ist vor allem das riesige Erfahrungspotential der über 40 AK-Mitglieder selbst unschätzbar für eine stabile Existenz und Weiterentwicklung. Danach wurden in 19 launigen, etwas verfremdeten Bildern, versehen mit entsprechenden Kommentaren, einige Personen aus 20 Jahren AK "durch den Kakao gezogen". Guido Kirsten zeigt in einer enggefaßten Auswahl, wie viele und welche Großcichliden im Internet abgebildet sind – und welche Unbedarftheit manchmal bei deren Bezeichnung an den Tag gelegt wird.
Es gibt sie noch - "Die Fischverrückten"

Fischkeller mit 32 Aquarien, 50 Fischarten und 8000 Liter Wasser.......

Leider bringt Meinungsfreiheit mit sich, daß in diesem Medium auch wahrheitsferne Äußerungen oder Angebote geldgieriger Profitjäger verbreitet sind.

Uwe Werner zeigte neuere und schon wieder seltene Cichliden aus Amerika und Afrika. Sicherlich mag die eine oder andere Einschätzung zur Beliebtheit mancher Arten diskutierbar sein – aber schön sind sie alle! Auch zum Thema Nomenklatur fiel manch deutliches Wort, so z.B. zur Gattung Heros, wo der AK ja bereits vor 3 Jahren zum Unfug mit angeblich "fast alles ist efasciatus" eindeutig Stellung bezog. Im zweiten Teil nach der Mittagspause wurde besonders deutlich, daß bei aquaristischen Sammelreisen heute nicht mehr unbedingt mit neuen Arten, sondern auch mit neuen Farbvarianten schon bekannter Arten zu rechnen ist.

Dieter Hohl gelang es im Anschluß, 40 Jahre persönliche Aquaristik mit Vereinshistorie zu verknüpfen. Fische, Gegebenheiten, Bekanntschaften und Zufälle aus diesem Zeitraum vermittelten Neues oder ließen Erinnerungen bei den Zuhörern aufleben.

Nach der Kaffeepause belegte Lutz Krahnefeld am Beispiel Vieja fenestrata, daß sich umfärbende Cichliden nicht mit Xanthorismus gleichgesetzt werden können, nur weil u.a. gelbliche Fische dabei entstehen. Die Vererbungslehre steht dem im Wege, und es gibt wohl nach heutigem Kenntnisstand nur einen einzigen xanthoristischen amerikanischen Großcichliden: "Cryptoheros" nigrofasciatus.

Schließlich wagte Ernst Sosna eine Prognose über die Aquarienbeständigkeit vieler amerikanischer Buntbarsche. Unumstritten ist, daß einige nur für riesige Aquarien geeignet sind, viele andere aber eben doch aus verschiedenen Gründen zwar geeignet, aber auf Dauer nicht oder nicht mehr vorhanden sein werden.

Abschließend hatte Uwe Werner ein Video über seine Ghana-Reise 2002 mitgebracht. Da die Technik prima mitspielte, konnten nicht nur optische, sondern auch akustische nachhaltige Eindrücke von diesem Land und seinen Bewohnern vermittelt werden.

Beim Besuch eines Großhändlers am Sonntag wurden noch einige interessante Fische gesichtet, ebenso die immer mehr um sich greifende Technik der "Glas-auf-Glas"-Aquarienstellagen.

Vorschau: Achtung Änderung: Das nächste Frühjahrstreffen 2005 in Dittrichshütte muß bereits 1 Woche eher, und zwar vom 22.-24. April 2005 stattfinden, weil an "unserem" Wochenende schon alles komplett belegt ist!

Zur Herbsttagung 2004 treffen wir uns wie vorgesehen vom 1.-3. Oktober in Bad Schmiedeberg.